Sponten haben wir beschlossen, ein bißchen Urlaub zu machen. Eine günstige Zeit, so zwischen Untergang und Neubeginn. Bei Sam hat schon etwas Neues begonnen. sie hat einen Mann kennengelernt, Überraschung… Diesmal klingt alles perfekt, bis auf eine Kleinigkeit - er ist verheiratet. Ach, Sam, wirst Du denn nie klüg? Natürlich ist seine Ehe am Ende, und schlafen will er mit seiner Frau auch nicht mher, die alten Geschichten, und immer noch gibt es Frauen, die sich so wenig wert sind, darauf nur zu gern hereinzufallen. Maries Rat, mein Rat - laß ihn sich erst einmal offiziell trennen und schau genau hin - wurde in den Wind geschlagen. Vielleicht gehört er dahin - in den Wind -, jeder Mensch muß seinen Weg gehen, auch wenn man immer wieder über große Berge klettern will, statt einen leichteren Weg zu suchen. Marie, ich bin bereit, wenn die Feiertage kommen und der Herr sich um seine Familie kümmern muß, weil die Gattin sonst mit Nervenzusammenbrüchen droht, und weil die Verwandtschaft gekränkt wäre…
Danke Kisi, für Dein Angebot, mir meinen Traum realistischer zu machen. Schreib doch in Dein Tagebuch über Dein Leben - es interessiert bestimmt viele. Hat Dich die Liebe nach Griechenland verschlagen? Bist Du glücklich? Ich bin klar genug um zu wissen, daß es sicher kein bequemes Leben ist, denn immer wenn die Natur die Regeln diktiert, hat man sich anzupassen. Selbst wenn ich nie Olivenbäuerin werden sollte, so liebe ich diese doch sehr, ebenso das Öl, und gekocht wird bei mir ohnehin italienisch - wenn gekocht wird.
Mein Liebster und ich verbringen die Tage im Moment in einem Dahingleiten, wir lassen die Seele baumeln, versuchen alles, was es an Problemen gibt, ein wenig auszuklammern aus unserem Denken. Wir wissen, daß es bald wieder aufwärtsgeht, daß wir die Kräfte dafür neu bündeln müssen, denn es kommt viel Arbeit auf uns zu… Ein gutes Gefühl, an sich, aber wir spüren auch, daß wir zu lange keinen Urlaub gemacht haben. Wie im Buch ‘ Die Wolfsfrau’ von Clarissa Estes bin ich zulange nicht ‘abgetaucht’, nach Hause gegangen… Ein Buch übrigens, daß ich jeder empfehle, ob jung oder alt. Unglaublich stark.
Heute ist Sonntag, ich bin früh aufgewacht. Die Träume sind noch unruhig, befassen sich mit Beruf und neuen Ideen. Ich gebe dem nach, versuche nicht, krampfhaft noch eine Stunde zu schlafen. Die erste Zigarette, die erste Tasse Kaffee, mein Liebster im Tiefschlaf, eine sehr friedvolle Stunde. Gern lasse ich mich von dem überraschen, was der Tag mir bringen wird. Um dann später davon zu berichten. Ich wünsche allen, die das hier heute lesen, daß sie auch ein Stück Frieden in sich finden und sich beschützt fühlen…
Bevor das in eine Predigt ausartet… bis demnächst…